Scharlach bei Kindern – Was Sie wissen sollten

Scharlach bei Kindern – Was Sie wissen sollten

Kinderkrankheit Scharlach – Die wichtigsten Fakten zu Ansteckung, Symptomatik & Verlauf

Sie geht mit der charakteristisch roten „Erdbeerzunge“ einher, diese Kinderkrankheit: Scharlach. Eine Impfung gegen die häufige Infektionskrankheit, an der hauptsächlich Kinder im Alter von 3 bis etwa 8 Jahren erkranken, gibt es nicht. Scharlach tritt vermehrt in den kalten Wintermonaten auf, weshalb es besonders in der Herbst- und Winterzeit von Vorteil ist, einige wichtige Fakten hinsichtlich Ansteckung, Symptomatik & Krankheitsverlauf zu kennen.

Scharlach – Was ist das eigentlich genau?

Scharlach bei Kindern
Immer noch zählt die Kinderkrankheit Scharlach zu den häufigsten Infektionskrankheiten bei Kindern und Kleinkindern. Jedoch längst nicht nicht mehr zu den gefährlichsten. Charakteristisch ist die typische Scharlach-Zunge – auch die Färbung der Erdbeerzunge genannt. Foto: Traida / Bigstock

Der Erreger der Infektionskrankheit gehört zur Familie der Streptokokken. Etwa 20 bis 30 Prozent der Menschen beherbergen diese Form der Bakterien unbemerkt als Parasiten in ihren Schleimhäuten. Beginnen die Streptokokken, eine giftige Substanz, das sogenannte Scharlach-Toxin, zu produzieren, welches sich daraufhin über die Blutbahn im Körper ausbreitet, spricht man von Scharlach. Es gibt allerdings unterschiedliche Scharlach-Erreger, die die Krankheit auslösen können. Wichtig: Lebenslanger Schutz nach überstandener Erkrankung ist deshalb nur in Bezug auf dieselben Streptokokken gegeben. Mit anderen Worten: Jeder Mensch kann theoretisch im Laufe seines Lebens mehrmals an Scharlach erkranken. Da es jedoch in erster Linie Kinder sind, die von der Infektion betroffen sind, wird sie gerne auch als typische Kinderkrankheit bezeichnet.

Ansteckung erfolgt über Tröpfcheninfektion

Die Scharlach-Erkrankung ist während ihrer gesamten Dauer von etwa drei Wochen ansteckend. Husten, Sprechen und Niesen sind dabei die zentralen Gefahrenquellen, wenn es darum geht, mit den Erregern in Kontakt zu kommen. Die Krankheit wird in den meisten Fällen mittels Tröpfcheninfektion übertragen, Experten vermuten aber, dass die Keime auch durch eine Schmierinfektion weitergegeben werden können. Das Risiko einer Ansteckung ist am höchsten inmitten großer Menschenansammlungen, in denen viel Körperkontakt herrscht. Dazu zählen Kindergärten, Schulen oder Sportveranstaltungen.

Symptome & Krankheitsverlauf bei Kindern

Die ersten typischen Scharlach-Symptome treten nach einer Inkubationszeit von maximal 3 bis 5 Tagen auf:

  • Schüttelfrost und Fieber
  • Halsschmerzen und starke Schluckbeschwerden
  • auffallende Blässe und Abgeschlagenheit
  • starke Rötung von Gaumen, Mandeln und Zäpfchen

Im weiteren Krankheitsverlauf lassen sich auf den Mandeln gelbliche Beläge, sogenannte „Stippchen“, erkennen. Die Lymphknoten im Kieferbereich schwellen schmerzhaft an und ein roter punkt- und samtartiger Ausschlag breitet sich von der Achsel- und Leistenregion ausgehend über den gesamten Körper aus. Lediglich der Bereich um den Mund wirkt auffallend blass. Etwa drei Tage nach Auftreten der ersten Symptome färbt sich die Zunge tiefrot, weshalb sie auch als „Erdbeerzunge“ bezeichnet wird. Oftmals kommt noch ein starker Schnupfen dazu, der unter Umständen in eine Mittelohr- oder Nebenhöhlenentzündung übergehen kann. Nach den ersten Krankheitstagen verblasst schließlich der Hautausschlag, und bis auf die bleibende Röte von Rachen und Zunge ist das Kind allgemein sehr blass. Klingt die Krankheit schließlich ab, beginnt sich die Haut insbesondere an den Handinnenflächen und den Fußsohlen zu schuppen. Eine Woche nach der überstandenen Infektion darf das Kind wieder in den Kindergarten oder die Schule – vorausgesetzt, es fühlt sich fit genug.

Bei Verdacht auf Scharlach immer zum Arzt!

Sobald Eltern erste Anzeichen, die auf eine Scharlach-Erkrankung hindeuten, bei ihrem Kind erkennen, ist es ratsam, einen Kinderarzt aufzusuchen. Nur auf diese Weise lässt sich zum einen die Schwere der Infektion abklären und zum anderen der Krankheitsverlauf medizinisch beobachten, um im Falle auftretender Komplikationen entsprechend handeln zu können.

Manche Kinder sind immun gegen Scharlach

Auch wenn Scharlach ganze Kindergärten oder Schulklassen ausknocken kann, scheinen manche Kinder geradezu immun gegen den Erreger zu sein. Wissenschaftler erklären sich diese Immunität lediglich anhand genetischer Ursachen, Beweise dafür gibt es jedoch nicht. Insbesondere Kinder im fortgeschrittenen Grundschulalter sind offensichtlich durch ihr zu diesem Zeitpunkt bereits gut entwickeltes Immunsystem weniger anfällig für die Scharlach auslösenden Erreger.

Möglichkeiten zur Vorbeugung gibt es kaum

Einen Impfschutz gegen Scharlach gibt es nicht. Die Inkubationszeit von bis zu fünf Tagen bis zum Ausbruch der Krankheit erschwert eine effektive Vorbeugung zusätzlich. Eltern können jedoch versuchen, das Risiko einer Ansteckung für ihr Kind so gering wie möglich zu halten. Das A und O in der Vorbeugung ist eine gute allgemeine Hygiene. Wichtig ist auch ein rechtzeitiges Handeln, sobald das Kind erste Anzeichen der Erkrankung zeigt. Zum einen lässt sich durch den zeitnahen Gang zum Arzt die Schwere des Krankheitsverlaufs einschätzen, und zum anderen wird eine eventuelle Ansteckung der anderen Kinder verhindert, indem das erkrankte Kind schnellstmöglich aus Kindergarten oder Schule herausgenommen wird und strikte Bettruhe verordnet bekommt.

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Letzte Aktualisierung am 20.10.2017 um 05:04 Uhr / Affiliate Links / Bilder von der Amazon Product Advertising API

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