Angst vor dem Zahnarzt? Neue Methode repariert Zähne ohne Bohren

Eine zeitlang hatte ich große Hoffnungen auf die Laserbehandlung gelegt, denn das normale Bohren ist sicher nicht nur für mich ein Teil der Zahnarztbehandlung, der etwas “angstbesetzt” ist. Nachdem die Laserbehandlung dann irgendwann Realität wurde, habe ich sie aber nicht ein einziges Mal probiert. Mein Zahnarzt hat solch ein Gerät nicht und letztendlich werden auch bei dieser Behandlungsmethode Teile des kariösen Zahns entfernt und mit Füllmaterial ersetzt, was – wie wir gleich erfahren werden – nicht gut und nicht nötig ist.

Behandlung mit Strom setzt die Selbstheilung der Zähne in Gang

Heute konnte ich lesen, dass ein Forscherteam des Kings’ College aus London eine komplett neue Methode der Zahnbehandlung entwickelt hat. In ihrer Veröffentlichung beschreiben sie, dass sie es geschafft haben, den beschädigten Zahn zur Selbstheilung zu bewegen. Dabei wird mit Strom, den man als Patient nicht merkt, eine Remineralisierung in Gang gesetzt. Der Zahn befördert dabei wichtige Mineralien, die die Zahnmasse und den Zahnschmelz bilden an die betroffenen Stellen. Durch den Strom wird dieser natürliche Prozess gesteuert und beschleunigt. Als praktischen Nebeneffekt wird durch die Behandlung auch eine Aufhellung der Zähne erreicht.

Das Problem der Zahnbehandlung mit Bohrer und Füllmaterial

Durch die übliche Behandlung mit Bohrer und Füllmaterial wie Amalgam oder Kunststoff wird dagegen diese Selbstheilung untergraben. Der Zahn kann sich nicht mehr heilen und stattdessen beginnt eine Spirale aus Bohren, Füllen, Bohren, Füllen, die irgendwann nur noch einen Stumpf übrig läßt, der höchstens noch überkront werden kann.

Die neue Methode, die als elektrisch beschleunigte und verbesserte Remineralisierung (EAER) bezeichnet wird, ist im Feldversuch bereits erfolgreich angewandt worden. Das Unternehmen Reminova Ltd mit Sitz in Perth (Schottland) wird das Gerät zur EAER-Behandlung auf den Markt bringen. Dabei soll die Behandlung für den Patienten im gleichen Kostenrahmen bleiben, wie die klassische Kariesbehandlung. Mit einer Markteinführung könne man bereits in drei Jahren rechnen.

Ich nehme das Unternehmen beim Wort und am 18.6.2017 werde ich bei meinem Zahnarzt nachfragen, wie es aussieht. 🙂