Nackenfaltenmessung – So erkennen Sie frühzeitig Störungen

Wissenswertes zur Nackenfaltenmessung

Die sogenannte Nackenfaltenmessung, die auch als Nackentransparenzmessung oder Nackendichtemessung bezeichnet wird, ist eine Ultraschall Untersuchung während der Schwangerschaft. Dabei wird die Nackenfalte des ungeborenen Kindes auf Störungen, die anlagebedingt sein können, untersucht. Die Nackenfalte nennt dabei grundsätzlich eine individuelle Flüssigkeitsansammlung, die sich im Bereich des Babynackens zwischen der 11. und 14. Schwangerschaftswoche bildet.

Ergebnis liegt in der statistischen Wahrscheinlichkeit

Nackenfaltenmessung
Die Nackenfaltenmessung ist eine speziellen Ultraschall Untersuchung. Hierbei misst der Frauenarzt zwischen der 11. und 14. Schwangerschaftswoche eine Flüssigkeitsansammlung im Nackenbereich des ungeborenen Babys um etwaige Störungen frühzeitig erkennen zu können. Foto: YakobchukOlena / Bigstock

Das Verfahren der Nackentransparenzmessung liefert in seinem Ergebnis lediglich einen statistischen Wert, der die Wahrscheinlichkeit einer Behinderung beziffert. Zur Untermauerung eines auffälligen Befundes müssen andere Verfahren wie die Fruchtwasseruntersuchung oder die Chorionzotten-Biopsie herangezogen werden. Damit kann der Verdacht im Anschluss entweder verstärkt oder entkräftet werden. Bei der Nackenfaltenmessung selbst wird keine Diagnose gestellt, sondern lediglich ein Anfangsverdacht begründet. Ist etwa eine verdichte Nackenfalte beim Ungeborenen zu erkennen, besteht eine erhöhte Wahrscheinlichkeit, dass eine genetische Fehlbildung gegeben ist. Eltern sollten dennoch in diesem Zusammenhang wissen, dass die meisten Babys durchaus gesund auf die Welt kommen. Wer jedoch als Schwangere auf ein geringeres Risiko setzen möchte, dass sie ein Kind mit einer Chromosomenfehlbildung gebärt, sollte die Nackenfaltenmessung durchführen lassen.

Zahlreiche Risiken können durch diese Untersuchung abgeklärt werden
Wird beim Ungeborenen eine Nackenfaltenmessung durchgeführt, können unterschiedliche Risiken abgeklärt werden. Dazu gehören unter anderem Fehlbildungen wie

  • Trisomie 13
  • Trisomie 18
  • Trisomie 21
  • Herzerkrankung
  • Bauchwandhernie
  • am Skelett oder den Nieren

eindeutig und schonend für Mutter und Kind festgestellt werden.

Ablauf einer Nackenfaltenmessung

Eine verdickte Nackenfalte kann ein erhöhtes Risiko für Fehlbildungen, wie auch dem Down Syndrom, darstellen. Da bis zur 14. Schwangerschaftswoche Nieren und Lymphsysteme beim Ungeborenen noch nicht richtig ausgebildet sind, kann sich Flüssigkeit im Nackenbereich sammeln. Im weiteren Verlauf der Schwangerschaft bildet sich dieses Ödem allerdings wieder zurück. Die Dicke der Nackenfalte kann ab der 11. Schwangerschaftswoche mit Ultraschall gemessen werden, vorher ist das Baby noch zu klein. Damit wäre der Wert, der ermittelt wird, zu ungenau. Bei der Nackenfaltenmessung wird entweder durch die Bauchdecke oder die Vagina der Mutter eine Ultraschallmessung durchgeführt. Die Schwangere liegt während der fünf- bis zehnminütigen Untersuchung auf dem Rücken. Die Nackenfalte des Babys ist auf dem Ultraschall als durchsichtiger Fleck erkennbar. Sobald dieser im Laufe der Schwangerschaft wieder verschwindet, können sich nach und nach die einzelnen Organe des Ungeborenen entwickeln. Liegt eine Störung wie das Down-Syndrom oder zum Beispiel ein Herzfehler vor, wird der betroffene Bereich beim Baby häufig breiter und länger als üblich abgebildet.

Die Nackenfaltenmessung wird bei Fachärzten durchgeführt

Auch wenn die Nackenfaltenmessung eine simple Untersuchung ist, muss das dazu verwendete Ultraschallgerät eine möglichst hohe Auflösung aufweisen und möglichst detaillierte Bilder liefern können. Zudem muss der Arzt entsprechend geschult und erfahren sein. Ist nur eine dieser Voraussetzungen nicht gewährleistet, ist die Fehlerquelle der Untersuchung um ein Vielfaches höher als normal. Die Nackenfaltenmessung kann gleichzeitig mit einer Blutuntersuchung durchgeführt werden, wobei man dann von einem sogenannten Combined Test spricht. Damit können etwaige Fehlbildungen noch besser abschätzen. Ärzte, die diese Untersuchung bei schwangeren Frauen durchführen, können unter anderem

  • Gynäkologen mit einer zusätzlichen Ausbildung in der Pränataldiagnostik
  • Humangenetiker
  • Pränatalmedizinische Zentren

sein.

Risiken einer Nackenfaltenmessung sind gering

Grundsätzlich sind die Ergebnisse der Nackenfaltenmessung reine Wahrscheinlichkeiten. Der Mediziner spricht im übrigen ab einer Nackenfalte von mehr als zwei Millimeter von einem auffälligen Befund. Möchten Eltern in der Folge auf Nummer Sicher gehen, sind weitere Untersuchungen notwendig. Dazu gehört der Bluttest, bei dem aus dem mütterlichen Blut die kindliche DNA untersucht wird. Diese Tests heißen entweder NIPT oder Praena Test. Es gibt auch die Möglichkeit, invasive Untersuchungen wie eine Fruchtwasseruntersuchung oder eine Chorionzottenbiopsie zu machen.

Eltern können zum Gelingen der Untersuchung beitragen

Viele Eltern sind sehr beunruhigt vor dem Ergebnis der Nackenfaltenmessung, wobei die meisten Babys trotz auffälliger Werte komplett gesund geboren werden. Wichtig ist, dass die Mutter vor allem Ruhe bewahrt, sich aber trotzdem Gedanken macht, wie sie mit einem risikoreichen Ergebnis umgeht. Mögliche Konsequenzen sind dabei ebenso zu überlegen wie die Vorgehensweise für weitere Untersuchungen, um den Verdacht einer möglichen Fehlbildung noch sicherer abzuklären.

Bewertung der Nackentransparenz

Der Wert, den die Nackentransparenzmessung ergibt, kann auf unterschiedliche Art und Weise bewertet werden. Dazu gehört zum Einen, dass der gemessene Wert mit festgelegten Grenzwerten verglichen wird. Hier ist das Ergebnis eher ungenau, da sich der Vergleich lediglich auf diesen Wert bezieht und keine weiteren Daten herangezogen werden. Zum Anderen kann das Ergebnis der Messung auch in Bezug auf die Scheitel-Steiß-Länge des Babys gesehen werden. Dabei werden sämtliche Veränderungen während der Entwicklung des Embryos stärker berücksichtigt. Damit kann ein durchaus genaues Ergebnis erzielt werden. So etwa sollte ein Baby mit einer SSL, also der Scheitel-Steiß-Länge, von 45 Millimeter eine Nackentransparenz von nicht mehr als 2,1 Millimeter aufweisen. Als letzte Methode kann das Risiko aus der Nackentransparenz und anderen Werten wie dem Alter der Mutter und weiteren Daten berechnet werden. Damit wird das Ergebnis zwar sehr individuell, bleibt aber dennoch ein rein statistischer Wert.

Alternativen zur Messung der Nackenfaltung

Es gibt natürlich mehrere Untersuchungsoptionen, die über eine mögliche Schädigung des Ungeborenen Auskunft geben. Dazu gehört die Ultraschall-Untersuchung des Nasenbeins oder ein Organ-Ultraschall und unterschiedliche Bluttests. Auch der FisH-Test und eine Fruchtwasseruntersuchung werden oftmals herangezogen. Festzuhalten ist, dass die diversen Untersuchungen sehr unterschiedlich in ihrer Aussagekraft bewertet werden müssen.

Höhe der Kosten ist unterschiedlich

Die Durchführung einer Nackentransparenzmessung erfolgt nicht im Rahmen der Ultraschall-Untersuchungen, die von der Krankenkasse bezahlt werden. Im Rahmen von IGeL-Leistungen wird sie aber bei vielen Frauenärzten angeboten. Damit ist klar, dass die Nackenfaltenmessung von der betroffenen schwangeren Frau selbst bezahlt werden muss. Die Kosten in den einzelnen Praxen kann variieren.