Drei-Monats-Koliken – Symptome und Ursachen

Drei-Monats-Koliken – Symptome und Ursachen

Wenn das Baby ständig schreit: 3 Monats Koliken

Egal ob sie müde sind, Schmerzen haben oder Zuwendung brauchen – Babys können sich nur durch Schreien verständigen. Einige Babys schreien gerade in den ersten Lebensmonaten jedoch sehr anhaltend und lassen sich kaum oder auch gar nicht beruhigen. Gerade Eltern, die das erste Kind bekommen haben, verunsichert dieses Verhalten oft.

Da neben der neuen Situation des Elternseins auch noch die starke nervliche Belastung durch das Schreien kommt, benötigen die frischgebackenen Eltern manchmal auch Hilfe, um den neuen Alltag zu bewältigen. Je nach Studie schreien bis zu 29 Prozent aller Säuglinge in den ersten Monaten sehr stark. Allerdings ist nicht jedes Schreien als in irgendeiner Form krankhaft anzusehen. Bis zu einer Gesamtdauer von einer Stunde pro Tag gilt Schreien in den ersten Lebensmonaten als normal.

Was sind 3 Monats Koliken?

3-Monats-Koliken Baby
Das Baby schreit, verkrampft sich und lässt sich kaum noch beruhigen? Etwa ein Viertel aller Babys haben mit den 3-Monats-Koliken zu kämpfen. Lesen Sie hier was es mit den Dreimonatskoliken auf sich hat und wie hilflose Eltern damit umgehen können. Foto: AntonioGuillem / Bigstock

Als Koliken werden krampfartige Schmerzen bezeichnet, die in Wellen auftreten. Der Begriff „3 Monats Koliken“ ist nicht unumstritten, da nicht gesichert ist, dass Schmerzen die Auslöser des exzessiven Schreiens bei Babys sind. Da das starke, anfallartig auftretende Schreien bei Babys besonders in den ersten drei Monaten auftritt, hat es den Namen 3 Monats Koliken bekommen. Die Bezeichnungen Säuglingskolik, Schreibaby oder Schreikind werden manchmal synonym verwendet. Wer wissen möchte, ob das eigene Kind als Schreibaby gilt, kann folgende Formel anwenden.

Als Schreikind gilt, wer

  • mehr als drei Stunden pro Tag
  • an mehr als drei Tagen pro Woche
  • und seit mehr als drei Wochen schreit.

Welche Symptome treten bei Dreimonatskoliken auf?

Zumeist treten die Symptome in den ersten zwei Lebenswochen auf. Zu ihnen gehören:

  • Starkes, anfallartig auftretendes Schreien
  • aufgeblähter Bauch
  • rötlich gefärbte Haut, besonders im Gesicht
  • Anspannung der Muskulatur. Dabei wird der Rumpf häufig überstreckt und die Arme und Beine angespannt.

Die Symptome verschlimmern sich oft im Lauf des Tages und häufen sich in den Abendstunden. Die Säuglinge lassen sich dabei zumeist nicht beruhigen. Bei vielen Kindern bessert sich das Verhalten ab dem zweiten Monat und klingt nach dem vierten komplett ab. Jedoch gibt es auch Fälle, in denen das exzessive Schreien auch nach sechs Monaten noch weiter besteht.

Mögliche Ursache: Regulationsstörung des Babys

Die Ursachen der 3 Monats Koliken bei Babys sind nicht bekannt. Kinder- und Jugendpsychologen gehen davon aus, dass exzessives Schreien eine Regulationsstörung im Säuglingsalter ist. Das bedeutet, dass das Baby sein Verhalten nicht angemessen regulieren kann. Die Säuglinge müssen sich nach der Geburt körperlich auf eine neue Welt umstellen, die sie mit Reizen überflutet. Diese können dafür sorgen, dass besonders sensible Babys von diesen überfordert werden. Da es eine angemessene Verhaltensregulierung nur im Zusammenspiel mit den Eltern oder anderen Erwachsenen erlernen kann, ist häufig eine Störung in der Beziehung zwischen Eltern und Kind vorhanden. Diese kann schon durch kleine Faktoren entstehen und gleicht sich häufig von alleine wieder aus.

Durch die neue Situation mit Kind können bei den Eltern Unsicherheiten oder Hilflosigkeit auftreten. Diese werden häufig durch Schreien verstärkt und können so zu einem Teufelskreis im Verhältnis zwischen Eltern und Kind führen. Deswegen sollte sich Eltern möglichst frühzeitig Hilfe holen, wenn sie merken, dass sie mit der Situation überfordert sind. Die schlimmste Gefahr für ein Baby von überforderten Eltern besteht darin, dass diese sich nicht mehr zu helfen wissen und den Säugling aus Verzweiflung schütteln. Dies ist lebensgefährlich für Babys.

Mögliche Ursache: Probleme des Magen-Darm-Traktes

Eine weitere Ursache können Probleme des Magen-Darm-Traktes sein. Da Säuglinge in den ersten Monaten ihr Körpergewicht verdoppeln, ist der Körper auf einen funktionierenden Darm angewiesen. Sind die Darmbewegungen zu schnell oder zu langsam, führt dies zu Krämpfen oder Blähungen. Auf einen Auslöser im Magen oder Darm deutet hin, wenn die Schreianfälle besonders nach dem Stillen oder Füttern auftreten. So können verschluckte Luft durch zu schnelles Trinken, blähende Nahrungsmittel oder auch Nahrungsmittelunverträglichkeiten zu einem aufgedunsenen Bauch und Schmerzen führen.

Solange die Säuglinge Gewicht zunehmen und sich auch ansonsten normal entwickeln sind 3 Monats Koliken nicht gefährlich oder gar ansteckend. Dennoch sollten besorgte Eltern zu einem Arzt gehen und die Symptomatik abklären lassen. Besonders wenn noch weitere Krankheitsanzeichen wie Durchfall, Erbrechen oder Fieber hinzukommen.

Diagnose einer 3 Monats Kolik

Um eine richtige Diagnose stellen zu können, sollten betroffene Eltern mit ihren Babys zu einem Arzt gehen. Dieser wird zunächst ein Gespräch führen und mögliche Erkrankungen testen. So sind neben einer psychischen Erklärung oder Erkrankung des Magen-Darm-Traktes auch Infekte der Atemwege oder der Harnwege möglich. Allerdings ist eine 3 Monats Kolik eine Ausschlussdiagnose. Das bedeutet: Erst, wenn alle anderen Erkrankungen ausgeschlossen werden können, steht sicher fest, dass es 3 Monats Koliken sind. Da die Untersuchungen allerdings so aufwändig waren, wird die Diagnose häufig schon früher gestellt.

Fazit

Eine 3 Monats Kolik ist eine Ausschlussdiagnose. Häufig werden die Schreianfälle von Säuglingen von Magen-Darm-Problemen oder psychischen Regulationsstörungen verursacht. Meistens klingen die Symptome innerhalb weniger Monate wieder restlos ab. Jedoch ist ein Besuch beim Kinderarzt anzuraten, wenn weitere Symptome hinzukommen oder Eltern unsicher sind, welche Ursache sich hinter dem anhaltenden Schreien ihres Kindes verbirgt.

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