Ratgeber Masern – Ansteckung, Symptome und Krankheitsverlauf

Ratgeber Masern – Ansteckung, Symptome und Krankheitsverlauf

Masern gelten als die klassische Kinderkrankheit schlechthin. Doch auch Jugendliche und Erwachsene können von dem roten Hautausschlag betroffen sein. Die Erkrankung verläuft in mehreren Stadien und ist in Deutschland meldepflichtig. Erkrankte sind hochansteckend, so dass sich die Virusinfektion schnell verbreiten kann. Ein Besuch beim Kinder- oder Hausarzt gibt Klarheit über eine mögliche Infektion und kann offene Fragen klären.

Masern – eine hochansteckende, akute Viruserkrankung

Masern
Foto: Artemida-psy / Bigstock (orig.)

Die Masern werden durch das Masernvirus verursacht und sind eine akute Infektionskrankheit. Während zumeist kleinere Kinder und Schulkinder betroffen sind, kann die Krankheit auch bei Jugendlichen und Erwachsenen auftreten. Die Viren befallen dabei sowohl das Nerven-, als auch das Immunsystem, und sorgen zunächst für grippeähnliche Symptome, ehe der typische Hautausschlag auftritt. Eine Infektion mit Masern geht zudem mit einer Erkrankung der oberen Atemwege einher. Die Inkubationszeit von Masern beträgt etwa 10-14 Tage.

Verbreitung von Masern

Masern treten weltweit auf und gelten als klassische Kinderkrankheit. Mit Einführung der Impfung hat sich die Zahl der Krankheitsfälle jedoch deutlich verringert. Während in den 1990er Jahren in Deutschland noch etwa 50.000 Erkrankungen pro Jahr registriert wurden, sind es aktuell deutlich weniger. Zwar schwanken die jährlichen Zahlen stark und reichen von knapp über 100 Fällen bis weit über 2.000 Fällen im Jahr, die Anzahl an Masernerkrankungen ist in den letzten 20-25 Jahren jedoch deutlich gesunken. In Entwicklungsländern sind Masern aber nach wie vor die häufigste Todesursache bei kleinen Kinder, hier treten jährlich gut 280.000 Krankheitsfälle auf.

Wie leicht kann man sich mit Masern anstecken?

Masern sind hochansteckend und werden durch Tröpfcheninfektion übertragen. Der Virus gelangt über die Schleimhäute, die Atemwege, oder auch über die Bindehaut der Augen in den Körper. Dabei ist für eine Ansteckung kein direkter Kontakt mit einem Erkrankten notwendig. Auch eine Entfernung von mehreren Metern innerhalb eines Raumes reicht aus, um selbst infiziert zu werden. Die sogenannte „fliegende Infektion“ kann bereits durch Husten, Niesen oder Sprechen übertragen werden. Allerdings überträgt die Infektion sich nur von Mensch zu Mensch. Etwa 8- 10 Tage nach einer Ansteckung treten die ersten Symptome auf, der typische Hautausschlag tritt nach etwa zwei Wochen auf. Erkrankte sind innerhalb eines Zeitraumes von 3-5 Tagen vor Auftreten des Hautausschlages bis etwa 4 Tage danach besonders ansteckend.

Symptome einer Masernerkrankung

Das bekannteste Symptom und untrügliches Anzeichen für eine Maserninfektion ist der dunkelrote Hautausschlag, der sich über den gesamten Körper der Betroffenen erstreckt. Neben dem Ausschlag treten im Rahmen von Masern aber noch weitere Symptome auf. Besonders typisch ist dabei das zweigipflige Fieber: Dieses tritt ganz zu Beginn der Erkrankung (im sogenannten Vorläuferstadium), noch lange vor dem Auftreten des Hautausschlags, erstmals auf. Es sinkt dann zunächst ab, sobald der Hautausschlag auftritt, steigt auch das Fieber erneut stark an. Zudem zeigt sich eine Infektion mit Masern anhand nachfolgender Symptome:

  • Kopfschmerzen
  • Müdigkeit und allgemeine Abgeschlagenheit
  • Bauchschmerzen
  • Husten und Heiserkeit
  • Halsschmerzen
  • Schnupfen
  • weißliche Flecken an der Mundschleimhaut

Masern – Krankheitsverlauf in mehreren Stadien

Eine Erkrankung mit Masern verläuft in drei Stadien: Im Vorläuferstadium treten grippeähnliche Symptome auf, im Hauptstadium kommt der typische Hautausschlag hinzu und im Erholungsstadium klingen die Symptome ab und der Körper regeneriert sich langsam wieder.

a) Vorläuferstadium (Prodromalstadium)
Das Vorläuferstadium dauert etwa 3-4 Tage und ist geprägt von Symptomen, die einer Grippe stark ähneln. Hierzu zählen hohes Fieber, Husten, Schnupfen, Halsschmerzen und Müdigkeit Häufig tritt in diesem Stadium auch eine Bindehautentzündung auf, was zusätzlich zu hoher Lichtempfindlichkeit führt. Typisch für dieses Stadium sind zudem die sogenannten Koplik-Flecken. Diese weißlichen, festen Beläge treten an der Mundschleimhaut auf. Viele Betroffene haben im Vorläuferstadium zudem ein sehr aufgedunsenes Gesicht.

b) Hauptstadium (Masernexanthem)
Das Hauptstadium einer Masernerkrankung dauert etwa 4-7 Tage. Hier treten die typischen, roten Hautflecken auf. Meist beginnt der Ausschlag hinter dem Ohr und erstreckt sich schließlich über den ganzen Körper. Lediglich die Fußsohlen sowie die Handflächen sind nicht betroffen. Zudem tritt in dieser Phase hohes Fieber bis 40°C auf.

c) Erholungsstadium (Rekonvaleszenzstadium)
In dieser Phase, die etwa 2 Wochen dauert, klingt der Hautausschlag langsam ab, die Betroffenen sind allerdings noch sehr geschwächt. Der Körper regeneriert sich langsam wieder. Zudem sind die Betroffenen in dieser Phase noch besonders anfällig für weitere Infektionen, da das Immunsystem noch nicht komplett wiederhergestellt ist.

Diagnose von Masern

In der Regel kann der Arzt die Diagnose Masern bereits anhand der aufgetretenen Symptome stellen. Im Falle einer abgeschwächten Erkrankung oder aber, um die Diagnose zu bestätigen, können Laboruntersuchungen folgen, die eine Infektion mit Masern eindeutig belegen (oder widerlegen) können.

Mögliche Komplikationen einer Masernerkrankung

In der Regel verläuft eine Infektion mit dem Masernvirus ohne größere Komplikationen ab. Die Betroffenen fühlen sich zwar sehr geschwächt, aber nach Abklingen der Symptome regeneriert sich der Körper langsam wieder. Nur bei etwa jeder zehnten Erkrankung treten Komplikationen auf. Mit zunehmendem Alter der Erkrankten steigt jedoch das Risiko für etwaige Komplikationen an. So treten im Rahmen einer Masernerkrankung insbesondere bei älteren Patienten gelegentlich Lungen- oder Gehirnhautentzündungen auf, die schwerwiegende Komplikationen zur Folge haben können.

Besonderheiten von Masernerkrankungen

Viele Babys sind etwa bis zum vierten Lebensmonat automatisch vor einer Maserninfektion geschützt. Dies kommt daher, dass werdende Mütter, die selbst bereits einmal an Masern erkrankt waren oder geimpft sind, diese Antikörper an ihr Kind weitergeben. Zudem gilt bei Masern: Wer einmal daran erkrankt war, ist sein Leben lang immun; eine erneute Erkrankung ist somit ausgeschlossen.

Eine Infektion mit Masern sollte daher nicht unterschätzt werden. Bei Auftreten der ersten Anzeichen sollte unverzüglich der Kinder- oder Hausarzt aufgesucht werden, um eine mögliche Infektion mit dem Virus abklären zu lassen und die weitere Behandlung besprechen zu können.

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